Abfall(miss)wirtschaft

Denkt man an Studenten-WG‘s, sieht man meist Bilder von alten Möbeln, Küchengeräten und bunt durcheinander gewürfelte Kaffeetassen vor sich. Sind Männer beheimatet, ist mit einem Stapel Geschirr auf der Spüle zu rechnen, sowie mit Bierleergut auf dem kleinen schmutzigen Balkon. Im Gang findet man stets einen vollen Wäscheständer und im Bad Drogerieartikel und Haare in allen Formen und Farben. Schaut man in den Mülleimer einer WG, so findet man dort so ziemlich alles und auch so ziemlich alles, was dort nicht hineingehört. Unsere WG hatte einen Winter den Schritt zur Trennung des Biomülls gewagt. Nach einer wilden Party im Frühjahr mit ca. 3000 Maden wurde die Trennung jedoch rückgängig gemacht. So landet nun wieder alles in einem Beutel, der je nach Präferenzen des Müllbeutelrausbringers im Restmüll oder der Wertstofftonne seinen Platz findet (3 Tonnen für Karlsruhe). Ich versuche hierzu immer eine Abschätzung der Wertstoffmenge im Beutel vorzunehmen. Befindet sich viel Restmüll und Biomasse im Beutel, so landet dieser im Restmüll. Sollte die erste gewünschte Tonne jedoch voll sein und darauf eine andere Tonnenart folgen, bin ich in meiner Einschätzung sehr variabel.

Neulich hat mich das Thema Abfall mal wieder eingeholt. Vorweg muss man sagen, dass meine WG ein kleines Luxusproblem hat. So haben wir z.B. ein Geschirrspülmaschine, Laminatboden, Laserdrucker und eben 4 unterschiedliche Kaffeemaschinen. Eine davon ist eine Nespresso und macht wirklich vorzüglichen Blitzespresso oder -lungo, der zugehörige Milchaufschäumer, den geilsten Kaffeeschaum den ich kenne. Der Kaffee kommt hierbei aus edel aussehenden Aluminiumkapseln. Die landen bei uns auch einfach im Müll bzw. der Wertstofftonne. Nun hatte ich gelesen, dass in der Schweiz ein extra Recyclingsystem eingeführt wurde, um die Alukapseln fachgerecht zu sammeln und den Rohstoff wiederverwenden zu können. Die Gewinnung von reinem Aluminium aus Bauxit ist sehr energieaufwändig und das Recycling daher sehr lohnend. Ich stellte mir die Frage, was mit unseren Kapseln hier in Karlsruhe passiert (wenn sie in der Wertstofftonne liegen) und bin auf einen interessanten Film gestoßen. Für alle, die schon immer mal wissen wollten, was mit ihrem gesammelten Wertmüll passiert.

 

Endnoten:

  1. Unglaublich viel Handarbeit steckt im Wertstoffrecycling.
  2. Nespresso gibt an, in Deutschland über das öffentliche Recyclingsystem 80% des Aluminiums zurückzugewinnen. Welche Menge 20% bei einem jährlichen Verbrauch von 6000 t sind, kann sich jeder selbst ausrechnen.
  3. Die meiste Arbeit machen Teebeutel. Das Zettelchen kommt in die Wertstofftonne, die Teeblätter in die grüne Tonne, die Heftklammer wird mit dem Auto zur Altmetall-Sammelstelle gefahren und das Fädchen kommt frisch gewaschen in die Altkleidersammlung.

http://www.utopia.de/magazin/pruefstand-nespresso-kaffee-nestle-aluminium-kapseln-umweltbilanz-nachhaltigkeit?all

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Eine Antwort zu Abfall(miss)wirtschaft

  1. Katja schreibt:

    Endnote 3 lässt mich schmunzeln, danke 🙂

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