Zulassungselite

Es war schon lange Zeit absehbar und doch wirkt Deutschland unvorbereitet. Viele Tausende Abiturienten mehr drängen an die Hochschulen und in den Arbeitsmarkt. Sicher ist, nicht jeder wird ein Plätzchen finden da draußen, in der harten Realität außerhalb des Gymnasium. Doch siehe da, am Horizont erschien diese Woche ein barherziger Samariter, der unbürokratisch für Entlastung sorgen wollte.

„Doppelte Zahl Abiturienten? Zulassung für alle (Biologen und Architekten)!“, sagte das KIT bzw. die Software des KIT oder vielleicht doch die Bediener der Software. Wenn nur 75% der zugelassenen Biologen die Zulassung wahrnimmt, wird es im nächsten Semester etwas eng in der Cafeteria der anorganischen Chemie und die Damen vom Studentenwerk müssen ein paar Stullen mehr schmieren. Die Cafeteria würden den Ansturm eventuell noch verkraften, ebenso die großen Grundvorlesungen in den großen Hörsälen, aber wenn man an Praktika oder kleinere Hörsäle denkt, dann sind 80 zusätzliche Studenten harter Tobak.

Was würdet ihr tun, wenn ihr mit einer 4,0 im Abi plötzlich eine Zulassung für einen erstklassigen Studiengang am KIT habt. Entweder man gesteht sich ein, dass man eventuell den Anforderungen dieses Studiengangs nicht gewachsen ist und geht einen anderen Weg. Oder aber man hat im Abitur einen so tiefen Tiefflug hingelegt, dass kein anderer Weg offen steht und dann wird man sicher versuchen seine Chance zu nutzen. Einstein hatte ja wohl auch ein schlechtes Abi.
Was würdet ihr tun, wenn ihr mit einer 1,0 die Zulassung erhalten habt und gleichzeitig in der Zeitung lest, dass euer Studiengang statt 50 Studenten plötzlich 100 Studenten fassen soll? Ihr holt die Zulassungsbescheide aus Heidelberg, Mannheim oder Freiburg aus der Schublade und googelt schon mal in welcher Stadt die besten Clubs zu besuchen sind. Wenn meine Prophezeiungen eintreffen, erhält man quasi einen schwachen Jahrgang, der viel organisatorischen Mehraufwand erfordert und letztlich vielleicht bei vielen Studenten zu nichts führt.

Apropos Clubs: Ein durchaus positiver Effekt der zusätzlichen Biologen, ist die erhöhte Zahl weiblichen Frischfleisches für die von Maschinenbauerntestosteron gesättigten Party und Clubs. Die Herren sollten jedoch schnell zu Semesterbeginn angreifen, denn die Löcher im Klausurensieb werden aus offensichtlichen Gründen in diesem Semester sehr eng sein (bzw. die Studenten sehr breit – metaphorisch gesprochen). Wer sich etwas mit Diäten auskennt, der weiß, dass so mancher Student der mit einer fetten 4,0 aus dem Gymnasium kommt, bis zum Semesterbeginn nicht auf die passende Maschenweite abgespeckt haben wird.

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