KK: Karlsruher Klopstocks

Wie viele sicher schon bemerkt haben, nimmt die Zahl der wöchentlichen Beiträge derzeit etwas ab. Von normalerweise 2 Artikeln pro Woche, sind wir mittlerweile bei ca. 0,63 pro Woche angekommen. Kein Grund zur Sorge. Der Blog feiert Ende Oktober sein 1-jähriges Bestehen und bis zu diesem Termin wird es auch in kürzeren Intervallen wieder etwas zu lesen geben. Für die Jubiläumswoche geb ich sogar mal feierliche 7 Artikel in 7 Tagen vor. Sollte ich diese Wette verlieren -> Vorschläge zu einem Wetteinsatz bitte unter diesen Eintrag in die Comments.

Kommen wir zum eigentlichen Thema. Es gibt heute nicht nur einen neuen Text, sondern gleich eine ganz neue Kategorie! Unter Karlsruher Klopstocks (kurz: KK) möchte ich lyrische Ergüsse von Kindern dieser Stadt präsentieren. Schirmherr ist Friedrich Gottlieb Klopstock, ein bekannter Dichter aus Hamburg, dessen Nachname in Verbindung mit Karlsruhe eine schöne Alliteration bildet. Das erste Gedicht „Leben bis zum Ende“ handelt vom Leben und der Einstellung dazu. Herr Klopstock schreibt 1789 Ähnliches, auch wenn es sich nicht mehr so flüssig liest wie vor 200 Jahren. In seinem Gedicht „Gegenwärtiges“ entwickelt man am ehesten ein Verständnis für die Worte, wenn man die Verse nicht beachtet und beim Lesen nur auf Satzzeichen achtet.

Leben bis zum Ende

In unser aller Leben
kommt bald die nächste Wende
und bei all den Jahren,
kommt auch irgendwann das Ende.

Es gibt kein Versprechen,
an das man sich halten muss
und bei all der Liebe,
nie den letzten ersten Kuss.

Du bist es selbst,
der sein Leben führt & kreiert
und bei all den Zwängen,
hauptsache ist, es funktioniert.

Gegenwärtiges

Ehmals verlor mein fliegender Blick in des Lebens
Künftiges sich, und ich schuf dann, was mir Wunsch war,
Fast zu Wirklichkeit: seine Freuden
Hatte das schöne Phantom!

Denn das Gesetz der Mässigung wurd‘ ihm gegeben,
Wurde gethan mit der Strenge, die zu Hofnung
Leitet: aber der Wunsch ist dann selbst
Thor, wenn er Hofnung verdient.

Freue dich dess, das da ist! so sagt‘ ich mir öfter,
Als dem Getäusch ich es zuliess mir zu gleissen:
Sagt‘ es, thats! und erlebt‘ auch, was sich
Über Gewünschtes erhob.

Jetzo verweilt der festere Blick in des Lebens
Vorigem sich; und ich fühle, was dahinfloh,
Fast, als hielt‘ ich’s noch: süssre Freuden
Giebt es mir, war nicht Phantom!

Freue dich dess, das da ist! so sag‘ ich mir dennoch
Jetzt auch. Obwohl sich der Scheitel mit des Alters
Blütheuhaare mir deckt; ich wandle
Froh um das nähere Grab.

Aber ich werd‘ auch Leiden gewahr im Vergangnen,
Wehmuth! es geht mit den Leichen der Geliebten
Mir vorbey: wie vermöcht‘ ich dann mich
Dessen, das da ist, zu freun!

 

Wenn ihr selbst ein Erbe Klopstocks seid und eure Gedanken anonym veröffentlichen möchtet, dann meldet euch über diesen Blog oder die Facebook-Fanpage bei mir.

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