Neulich im Zug… Teil 2

Nachdem ich den Peruaner mit 2 Dosen bester schwäbischer Bratwurst abgewimmelt hatte, hoffte ich auf eine entspannte Weiterfahrt. Am nächsten Halt Heidelberg Hauptbahnhof findet meist großer Mitfahreraustausch statt. Die Karten werden hier quasi neu gemischt, für fortwährend großartige Unterhaltung.

Ich spielte etwas mit meinem Smartphone, während die Zugestiegenen um mich herum Platz nahmen. Eine junge Dame setzte sich zu mir in den Vierer, schlug ihr Buch auf und begann zu lesen. Bis(s) zum Ende der Nacht, der letzte Teil der Twillight-Saga. Das Klammerwortspiel erfreute mich. Wer sich aber mit so etwas unterhält, wird eher nicht für meine Unterhaltung sorgen können. Aber gegenüber offenbarte sich ein wahrer Blockbuster.

„Ich hab dich sooooo vermisst meine Süße.“ [feucht-schmatzende Küsse durchbrechen die Stille]

Fangschrecke (wikipedia.org)

Als ich mir ein Bild machen wollte, waren die beiden Teile des jungen Pärchens nur schwer auszumachen. Man sah ein junges Mädchen wohl im 8. Monat schwanger mit Fünflingen und ein kleines, heuschreckenähnliches Wesen, das sich an dem Mädchen festklammerte. Es folgte viel von Leidenschaft und Romantik strotzendes Gerede, mit stets sanftmütiger Stimmmelodik, wobei komischerweise vom baldigen Elternglück nie die Rede war. Von einem baldigen Zusammenziehen wurde zwar gesprochen, aber niemals sonderlich konkret. Ich hoffte, dass die beiden baldigst den Schritt wagen würden und Kevin, Justin, Jaqueline, Chantal und Dennis ein schönes zu Hause bekommen. Es dauerte ca. 10 -15 min, bis das Paar seinen lautstarken dirty talk, der an knisternder Erotik und Schnulzigkeit nicht zu übetreffen war, beendet hatte.

„Ich liebe dich mein Häschen.“ Drang an mein Ohr und neben mir packte das Häschen (eher Hase) die zierliche Heuschrecke und man setzte zum finalen Zungenkuss an.

 

Ich überlegte kurz mit meiner Handykamera voll draufzuhalten, aber die Vernunft siegte, ebenso wie die Angst davor meine optische Hardware zu zerstören. Ich wendete meinen Blick ab, hinaus aus dem Fenster, wo schon die Häuser Mannheims vorbeizogen…

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